Bernhard Grzimek - Tierarzt, Naturschützer, Vordenker

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Bernhard Grzimek - Tierarzt, Naturschützer, Vordenker

"Guten Abend meine lieben Freunde!"

Diese Begrüßung wird dem ein oder anderen irgendwie bekannt vorkommen. Prof. Dr. Bernhard Grzimek hat diesen Satz gesagt, ungefähr 175 mal, am Anfang einer jeden Folge von „Ein Platz für Tiere“.

Als Kind habe ich die Serie, die von 1956 bis 1987 lief, geliebt. Besonders aufregend waren die lebendigen Tiere die Grzimek aus dem Frankfurter Zoo mitbrachte und die auf ihm herumkletterten. Ich selbst kannte Grzimek also als Zoodirektor und Tierfilmer von „Serengeti darf nicht sterben“. Aber wenn man sich etwas ausführlicher mit seinem Leben und seiner Arbeit beschäftigt, dann kann man kaum glauben, dass all diese Erlebnisse in ein einziges Leben passen sollen. 




1954 wurde der Tierarzt Direktor des Zoologischen Gartens, einer damals wenig aussichtsreichen Anstellung. Denn eigentlich war das Schicksal des Frankfurter Zoos schon beschlossene Sache. Die wenigen Tiere, die den Bombenangriff überlebt hatten, sollten aus dem zerstörten Zoo in der Innenstadt von Frankfurt an den Stadtrand umgesiedelt werden. Grzimek nutzte die unübersichtliche Nachkriegszeit um den Zoo wieder auf Vordermann zu bringen. Aber nicht nur das. Seine unkonventionellen Ideen wie Modeschauen, Schausteller oder Tanzveranstaltungen lockten weit mehr Besucher in den Zoo als in der Vorkriegszeit. Er begann Afrika zu bereisen, nicht nur um Tiere für den Zoo zu fangen, sondern auch, um aus Studien vor Ort Rückschlüsse auf eine verbesserte Tierhaltung ziehen zu können. Auf diesen Reisen wurde ihm die Auswirkungen bewusst, die das Aussterben der Wildtiere zur Folge haben könnten. 
 
Fortan steigert sich sein Engagement für den Tier-, Natur- und Artenschutz. Seine Arbeit trug erheblich zur Einrichtung von Naturreservaten in Afrika bei, er war einer der ersten der auf das Robbenschlachten aufmerksam machte, prangerte die Jagd auf Pelztiere an und nannte die industriell gehaltenen Hühner „KZ-Hühner“. Für die Verbreitung seiner Ideale nutze er aber nicht nur das Massenmedium Fernsehen, auch im kleinen nutze er jede Gelegenheit: er war berüchtigt für seine Aufkleber die überall hinterließ. Er war für die Bundesregierung als Naturschutz-Beauftragter unterwegs und Mitbegründer von BUND.
 
Für die Dokumentation „Serengeti darf nicht sterben“ wurden Forschungsergebnisse verwendet, die als Grundlage für die Doktorarbeit von Michael – dem Sohn von Bernhard – Grzimek dienen sollten. Leider starb dieser 1959 bei einem Flugzeugunfall während den Dreharbeiten. Da Bernhard Grzimek seinen Sohn die meiste Zeit begleitete, konnte er aus den Aufnahmen den ersten Oscar-prämierten Deutschen Film nach dem Zweiten Weltkrieg fertig stellen – und wurde damit weltberühmt. 
 
Bernhard Grzimek blieb übrigens bis zu seiner Pensionierung Direktor des Frankfurter Zoos und Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt bis an sein Lebensende. Dieses traf ihn am 13. März 1987 während einer Tigervorstellung im Zirkus. 

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